Willkommen in Hinsbeck
Ihr Erholungsort im Internet

Gerichtstätten

 Landgericht „op de Geer“: Auf der Hinsbecker Heide befand sich in der sogenannten „Leegheide“ eine 1397 erstmals erwähnte, jahrhunderte alte Gerichtstätte, der sogenannte Zwischenoberhof. Hierhin wurden die Gerichtsfälle weitergereicht, für die die örtlichen Gerichte der umliegenden Gemeinden nicht „weise“ waren, man also kein Urteil finden konnte. War man auch hier nicht „weise“, wurden diese Fälle an den Oberhof nach Roermond gegeben. Bei „de Geer“ handelte es sich um eine große ovale Grube mit eingegrabenen seitlichen Sitzmöglichkeiten für die Schöffen.

 Galgenberg: Nach der Überlieferung stand hier der Hinsbecker Galgen, wo die „op de Geer“ gesprochenen Urteile vollstreckt wurden. Ernst Wackertapp hat durch den Abgleich von Karten mehrerer Jahrhunderte festgestellt, daß der Hinsbecker Galgen in Wirklichkeit nicht auf  besagtem Galgenberg, sondern an anderer Stelle gestanden haben muß (siehe Goldberg)

 Goldberg = Joolbeärch: Hier hat nach den Recherchen von Ernst Wackertapp zweifelsfrei der Hinsbecker Galgen gestanden. Bereits in Karten aus dem Jahre 1768 ist an dieser Stelle der Hinsbecker Galgen eingezeichnet, ebenso das Rad. Es wird vermutet, das Goldberg die unfachmännische Übersetzung des plattdeutschen Ausdrucks „Joolbeärch“ (Jool = Galgen) ist. Weil jedoch bereits der Begriff Galgenberg vergeben war, wurde aus dem „Joolbeärch“ der Goldberg. Nachweislich haben hier noch 1716 und 1740 Hinrichtungen stattgefunden. Da damals die Hinsbecker Heide unbewaldet war, waren die Gehenkten weit ins Land zu sehen.

 Jeestekull: Hiermit wird der sumpfige Bereich unterhalb des „Joolbeärch“ bezeichnet. Nach der Überlieferung wurden früher hier die Gebeine der Gehenkten „entsorgt“. Ebenfalls befinden sich in diesem Bereich die „Rottkuhlen“ oder Flachsgruben zum Rösten des Flachses, die auch heute noch gut zu erkennen sind.

 Schöffenschlucht: An dieser Stelle wurde Recht gesprochen. Bei Grabungen vor dem 2. Weltkrieg, so heißt es, seien dort Reste der Stellen gefunden worden, wo die Plätze der Schöffen waren, erkennbare Einbuchtungen im Erdreich. Dokumentationen hierzu gibt es allerdings nicht. Die Schöffenschlucht wurde 1943 mit dem Erdreich des dahinter liegenden Bunkers zugeschüttet.



Fenster Schliessen