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Krickenbecker Seenlandschaft

Durch das geologisch bedingte Absinken und seitliche Verschieben der Venloer Scholle entstanden im Erdmittelalter die Hinsbecker und Süchtelner Höhen. Auch heute noch bewegen sich die Schollen ca. 1-3 mm pro Jahr, wodurch z.B. das Erdbeben 1992 entstand. Vor diesen Höhen entstand ein Gebiet mit erhöhter Feuchte, das im Laufe der Zeit zu Moor und später zu Torf wurde. Diese Bereiche wurden von der Bevölkerung ab Ende des 16. Jh. exzessiv genutzt. seen1.jpg Beim Torfstechen wurde der Torf mit sehr scharfen Spaten ausgestochen, um die darin befindlichen kleinen Äste und Zweige zu durchschneiden. Der im Wasser liegende Torf wurde gefischt und getrocknet. Genutzt wurde der getrocknete Torf als Brennmaterial.
Die Krickenbecker Seenkette besteht heute aus dem Schrolik, Hinsbecker Bruch, Glabbacher Bruch und Poelvenn, durchflossen von der Nette. Noch auf Karten von 1556 sind diese Seen nicht eingezeichnet, der ganze Bereich bestand aus Sumpfland. Wie alte Urkunden berichten, wurde hier das Vieh geweidet und Heu hergestellt.
Zu Beginn des 16. Jh. begann die vereinzelte Torfgewinnung des Poelvenn insbesondere durch die Bewohner Herongens zum eigenen Gebrauch. 1687 gab es hier bereits größere Wasserflächen. Früher noch begann die Austorfung des Schrolik, wohl durch die Nähe dieses Bereiches zu Leuth. Karten von 1557 und 1777 zeigen, daß der See schon Ende des 16. Jh. größtenteils ausgetorft war, während das Polvenn sich noch bis zum 18. Jh. verdoppelte. An der Austorfung des Hinsbecker und Glabbacher Bruchs haben sich hauptsächlich die Hinsbecker beteiligt. Beide Seen wurden zusammen ausgetorft und dann „het breede water“ genannt. Die Austorfung erstreckte sich vom Ostufer des Glabbacher Bruchs bis zur Leuther Mühle, war also deutlich größer als die heutigen Seen. Auf einer Karte von 1767 sieht man sieben im heutigen See verlaufende Dämme als Transportwege, die auf festem Grund nach Hinsbeck, Hamsel und Bruch weiter laufen. Einer dieser Dämme im Hinsbecker Bruch wurde später als Straße zwischen den Seen ausgebaut, unter ihr liegt noch eine 2,5m dicke Torfschicht. Die anderen Dämme wurden später abgetragen.
Das Bett der Nette verlief früher seitlich der Seen. Auf einer Karte von 1777 verläuft der Fluß erstmals durch Schrolik und Poelvenn. Die Industrialisierung und Kanalisierung gegen Ende des 19. Jh. veränderten den natürlichen Prozess der Seen entscheidend. Die Verlandung, früher nur langsam fortschreitend, ging jetzt ganz rapide voran. Zwischen 1820 und 1960 verloren die Krickenbecker Seen 28,8% ihrer Wasserfläche, heute schätzt man den Gesamtverlust auf über 40%. Um die Seen zu retten, wird man daher um eine Entschlammung nicht vorbeikommen.

 

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